Aufgeregt und gespannt war ich ja schon auf dem Weg zur Eifelrallye in Neichen. Ich,
als Beifahrer in einem Rallyeauto, das versprach doch ein aufregender Tag zu werden. Zuhause waren die Jungs
wohl ziemlich neidisch und erzählten mir bei jeder Gelegenheit, wie hart das sein wird und dass ich
fürchterlich ko… würde. Aber fangen wir beim Anfang an!
Es ist bombastisches Wetter, als
ich endlich nach zahllosen Serpentinen in dem örtchen Neichen, irgendwo mitten in der Eifel, ankomme.
Ich bin viel zu früh dran und schaue mir den Shake Down der historischen Fahrzeuge an. Während ich
von der Jugendfeuerwehr mit Getränken versorgt werde, brausen die Wagen in regelmäßigen
Abständen an mir vorbei. Ich stehe direkt an einer Spitzkehre und die Zuschauer stehen bis an den
Fahrbahnrand − wow! Alleine vom Zuschauen steigt mein Puls.
19:15 Uhr ist Treffpunkt am Truck
vom Prorallye Team. Alex erklärt mir und den anderen Mitfahrern, worauf es bei einer Rallye ankommt,
worum es überhaupt geht und wie wir uns zu verhalten haben. Hey, ich wusste zwar, dass der Co-Pilot
wichtig ist, aber ohne geht ja gar nicht. Heißer Job Alex, ich zieh den Hut!
Puh, ich bin ganz
schön aufgeregt, aber ich brabbel so viel, dass es mir fast nicht mehr auffällt. So, einer ist
noch vor mir dran, denn ich brauch noch Nikotin. Dann ab in den Rennanzug und ab Richtung Porsche.
Sturmhaube auf, Helm auf, unelegant ins Auto gepellt, verkabeln und angurten lassen und es geht los. Auf
dem Weg zum Start erzählt mir Olaf einiges über das Auto. Sorry Olaf, aber das meiste wusste ich
danach nicht mehr. Wir schütteln uns die Hände und der Mann vom Start zählt uns an.
Noch 10 Sekunden, noch 5 Sekunden und es geht los. Wir fahren rechts auf einen, wie ich finde, Feldweg ein,
und Olaf gibt richtig Gas. Die erste 90º-Kurve, driften, und weiter mit ordentlich Speed auf die Spitzkehre
zu, da wo ich eben noch stand. Hey, das geht alles so wahnsinnig schnell! Wir rasen auf die Zuschauer zu und
im nächsten Moment fahren wir schon in die komplett andere Richtung und man sieht nur noch Bäume.
Kurven, Reifen quietschen, Motoren röhren, oh wow!! Die Straße - nein der Weg - ist maximal so breit
wie der Wagen und − hallo − ich weiß gar nicht wie schnell wir waren, aber wir waren verdammt schnell.
Dann sehe ich nicht, wo es überhaupt weiter geht und ups, da war ein Sprung mit drin. Ein 5er, denn
Olaf hat ihn voll genommen (Alex ein bisschen habe ich doch behalten). Ich bin angespannt, aber begeistert.
Doch dann klopft Olaf mir auf den Oberschenkel und fragt mich per Sprechfunk: "Und hat es Dir gefallen?"
Gefallen? Vorbei? Ich will nochmal!!! Wir fahren zu unserem Platz, ich werde abgeschnallt und ich bekomme sogar
mein gewünschtes Nachherbild, auf dem ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. Es war supertoll!
Danke Olaf, Alex und allen Anderen die diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis für mich gemacht haben.
Ich kann es nur jedem empfehlen, aber VORSICHT - man kann süchtig werden!
Tanja